Centre de Formation Professionelle (CFPK)

Unsere Berufsschule in Kongoussi

 

Mit Mitteln des Bundes, vor allem aber mit Spenden vieler Menschen aus Ludwigsburg wurde 2012 eine Berufsschule für Zweiradmechaniker und Pumpenmechaniker finanziert. Für rund 100.000,- € wurde ein Werkstatt-, ein Schulungs- und Verwaltungsgebäude sowie ein Sanitärgebäude auf einem von der Gemeinde Kongoussi zur Verfügung gestellten Gelände errichtet. Den Löwenanteil in Höhe von insgesamt 62.000 € für die Finanzierung brachten Spenden aus Ludwigsburg.

Die Idee für dieses Projekt hatten Dr. Otfried Ulshöfer, der frühere Vorsitzende des Förderkreises und Oscar Sawadogo, Präsident von Association Zood Noma (AZND), einer gemein-nützigen lokalen Organisation für die Entwicklungszusammen-arbeit. Nachdem in Kongoussi bereits ein Neubau für eine Grund-schule mit Mitteln aus Ludwigsburg errichtet worden war, sollten junge Menschen auch eine qualifizierte Berufsausbildung erfahren. Nach einer eigens gefertigten Studie mangelte es vor allem an technischen Qualifikationen. Was lag daher näher als gerade für die in der Sahelregion notwendigen Wasserpumpen und für das noch immer wichtigste Verkehrsmittel in der Region, nämlich motorisierte Zweiräder, eine Ausbildung anzubieten.

Der Schulbetreib startete bereits 2011, die neuen Gebäude konnten 2012 fertig gestellt werden. Derzeit, im Frühjahr 2018, befindet sich der 6. Ausbildungsjahrgang für Pumpenbau und Zweiradmechanik im CFPK. Jeweils rund 20 junge Menschen, darunter immer auch einige junge Frauen, starten in eine dreijährige Ausbildung, die hohe Praxisanteile umfasst. Seit 2016 wird auch konsequent eine für Burkina Faso unübliche duale Ausbildung in enger Kooperation mit örtlichen Handwerkern durchgeführt. 2016 wurde ein weiterer Ausbildungszweig hinzugenommen. 16 weibliche und männliche Auszubildende lernen jetzt im CFPK das Schneiderhandwerk. Vorbild war das erfolgreiche Projekt  „Nähatelier ZicZac“, das unser Vorstandsmitglied Anke Wiest auf eigene Initiative in den Räumen der Berufsschule von 2013 -17 durchgeführt hat.

Der Förderkreis Burkina Faso e.V. finanziert mit einem jährlichen Betriebskostenzuschuss von 15.000,- € den kompletten Betrieb des CFPK, stattet die Berufsschule zudem immer wieder mit neuen Materialien aus und kann dank einer Spende der Ludwigsburger Firma Hahn& Kolb bisher die Absolventen in Zweirad-mechanik beim Start ins Berufsleben mit einem Werkzeugkoffer als Starterkit ausstatten. Seit 2017 gibt es für erfolgreiche Absolventen zudem die Chance auf einen Mikrokredit durch den Förderkreis, der den Aufbau einer eigenen Werkstatt ermöglicht.

 

Aktuelles CFPK Februar 2018

 

Nähen ist unsere Leidenschaft  


Das Berufsschulzentrum CFPK in Kongoussi hat einen neuen Ausbildungszweig.


Zwei Wochen konnte ich im Januar im Berufsschulzentrum mitarbeiten.  Hinter die Kulissen schauen, zuhören, Impulse und Ideen aufnehmen. In vielen Gespräche mit Ausbildern und Auszubildenden, Direktor und Hausmeister habe ich viele Eindrücke gesammelt.  Gemeinsam haben wir über Veränderungen geredet, Ideen ausgetauscht und manches haben wir direkt umgesetzt.  
Was Leidenschaft bedeutet konnte ich erleben. Nach nur 15 Monaten haben mich die Auszubildenden der Schneiderei in der Praxis überzeugt. Jede hatte die Möglichkeit an einem Modell ihr Können zu demonstrieren. Eine kleine Modenschau war der Abschluss einer arbeitsreichen Woche.
Mit ihrem ersten selbstgeschneiderten Kleidungsstück konnten die Auszubildenden ihr Können auch ihren Familien und ihren Freundinnen zeigen. Ziel ist es, schon in der Ausbildung erste Kundinnen zu gewinnen, die den Auszubildenden ihre Stoffe anvertrauen und so im Unterricht bereits erste Modelle umsetzen zu können. Gleichzeitig ist es auch ein Stück Eigenwerbung, um nach der Ausbildung mit einem kleinen Kundenstamm in die Selbständigkeit zu starten. Denn das ist das Ziel aller Auszubildenden. Den Grundstein haben wir gelegt.
Motiviert, engagiert und zielorientiert arbeiten diese jungen Auszubildenden an ihren beruflichen Plänen. Als Dankeschön an Ihre Unterstützerinnen in Deutschland, haben Sie alle für Ihre Patinnen und Paten, die die Schulgebühren übernehmen, eine Wimpelkette gefertigt.
Der Unterricht am Vormittag wird ergänzt durch Praktika am Nachmittag in verschiedenen Nähwerkstätten, um weiter Wissen und Erfahrung zu sammeln. Auch wenn es zu Beginn nur kleine Tätigkeiten wie Bügeln und Heften und die Assistenz beim Maßnehmen ist. Der Umgang mit Kundinnen und das Beobachten der Erstellung individuell maßgeschneiderten Schnitte braucht viel Erfahrung. Ein guter Ort diese zu lernen.   
Nicht nur die Ausbildung im Schneiderhandwerk auch die Ausbildung im Zweiradbereich ist so gegliedert. Dort lernen derzeit 14 Jungen und 2 Mädchen.  
Es ist die Kombination aus Theorie und Praxis, die die Ausbildung kennzeichnen. Auch am Wochenende und in den Ferien gehen die Auszubildenden in Praktika. Begleitet werden die Ausbilder in den Werkstätten vom Direktor des Berufsschulzentrums. So kann der Berufsschulunterricht optimal mit der Praxis verbunden werden. Der Elternbeirat unterstützt bei Problemen der Auszubildenden. Mal ist es der lange Schulweg, mal ein krankes Familienmitglied, das die Jugendlichen vom Besuch der Ausbildung abhält. Individuelle Lösungen werden im Kontakt mit den Eltern erarbeitet.
Die ausgebildeten Mechaniker des letzten Schuljahres werden in diesem Jahr noch begleitet bei der Etablierung ihres eigenen Unternehmens. Verschiedene Bausteine zu Theorie und Praxis der Unternehmensführung, die Erstellung eines Businessplan, aber auch die Suche nach einem Ort und die Beantragung beim Rathaus sind dabei Themen. Ob der Schritt alleine oder im Team erfolgt, das ist noch offen. Der Weg ist bereitet. Angedacht ist ein Zusammenschluss der Selbständigen in einem Verein. Das soll eine bessere Vernetzung der Werkstattinhaber ermöglichen.  Finanzielle Unterstützung hierfür ist beim Ministerium für Jugend und berufliche Integration beantragt.

Das Atelier zic-zac.  
Die Frauen des Ateliers zic-zac stehen fest im Geschäftsleben und blicken auf ein erstes Erfolgreiches Geschäftsjahr zurück.  Alle haben sie bereits einen großen Kundenstamm. Einige der Frauen haben bereits ihre eigene Werkstatt und bilden Praktikantinnen aus, andere sind auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ihre Werkstatt, manche wollen mit ihren kleinen Kindern erst noch zu Hause arbeiten. Alle wollen in diesem Jahr die Theorieprüfung absolvieren. Der vorbereitende Unterricht hierfür wird ca. 50 Stunden in Anspruch nehmen und ist für Sommer geplant. Mit ihrem erwirtschafteten Geld können sie die Kosten selbst übernehmen. Sie sind stolz und selbstbewusst. Sie unterstützen ihre Familien, übernehmen Schulgebühren der Kinder ihrer großen Schwester, finanzieren einen Wasseranschluss für das elterliche Zuhause, unterstützen den Onkel mit Zementkauf für den Hausbau. Ihre eigene Entwicklung ermöglicht die Weiterentwicklung ihrer Familie.
Beeindruckt hat mich die Solidarität innerhalb des Ateliers. Wer bei der Fertigung großer Aufträge für den Verkauf in Deutschland krank ist, wird in gleicher Höhe entlohnt, weil Krankheit jeden treffen kann. So haben sie für sich ein eigenes System der Absicherung im Krankheitsfall entworfen. Sie profitieren immer gemeinsam und mit Ihnen ihr Umfeld. Gewonnen haben sie an Selbstsicherheit und Entscheidungskompetenz – auch mit ihrem eigenen Bankkonto sind sie unabhängiger geworden.

Anke Wiest Januar 2018

 

 

 

AUSBILDUNGSZENTRUM CFPK (CENTRE DI FORMATION PROFESSIONELLE)

Der Förderkreis Burkina Faso e.V. Ludwigsburg hat durch seine finanzielle Unterstützung die Errichtung eines Ausbildungszentrums in Kongoussi, Burkina Faso, für Zweirad- und Pumpenmechaniker ermöglicht. 2011 hatten die ersten 20 jungen Menschen ihre 3-jährige Ausbildung begonnen. Von inzwischen 70 Jugendlichen, welche mit einer Ausbildung starteten, haben 33 ihre Berufsausbildung mit einem erfolgreichen, qualifizierten Ausbildungsabschluß, beendet. Und das mit zum Teil hervorragenden Abschlüssen im Rahmen der landesweiten Prüfung.
Im Zuge der weiteren Verbesserung der Ausbildung wurde im Frühjahr 2016 die Ausbildung auf ein duales System umgestellt und fortentwickelt.  Zwei Tage theoretischer Unterricht im Ausbildungszentrum, 5 Tage praktische Unterweisung in Werkstätten von Partnerbetrieben in der Woche. Damit werden die jungen Menschen besser auf ein künftiges Berufsleben vorbereitet. Denn nach wie vor ist nach der Ausbildung der Übergang in eine berufliche Tätigkeit oder Anstellung aufgrund eines fehlenden, regulären Arbeitsmarktes, schwierig. Das Ausbildungszentrums fördert und unterstützt die jungen „Gesellen“ nach der Ausbildung weiterhin durch ein Qualifizierungs- und Betreuungsprogramm. 3 junge Absolventen haben mit dem Betreiben einer Werkstatt den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Unser Förderkreis unterstützt mit einem Mikrokredit als Starthilfe diese berufliche Herausforderung.
Im Herbst 2016 wurde die Ausbildung im Schneiderhandwerk neu als Lehrberuf aufgenommen. 17 junge Menschen erlernen in einer 3-jährigen Ausbildung nähen und schneidern. Der Förderkreis hat mit der Beschaffung von Nähmaschinen, vielen Näh-und Schneiderutensilien, den Start in den neuen Ausbildungsgang unterstützt.
Mit Unterstützung und fachlicher Beratung durch unser Vorstandsmitglied, Frau Anke Wiest, zeichnet sich eine erfolgsversprechende Ausbildung ab.