Sieben weitere Getreidemühlen installiert! (Mai 2019)

Feststimmung in sieben Dörfern der Kommune Kongoussi. In jedem Dorf konnten jetzt die lange ersehnten motorgetriebenen Getreidemühlen erfolgreich in Betrieb genommen werden. Weil die Sicherheitslage im Norden von Burkina Faso angespannt ist, nahmen im Auftrag des Förderkreises Bürgermeister Zoromé und der Präsident unserer Partnerorganisation AZND, Oscar Sawadogo in nur einem der Orte, in Kora, am 31. Mai 2019 die offiziellen Feierlichkeiten vor. Dorthin waren die Frauendelegationen aus allen anderen Dörfern angereist.

Begonnen hatte alles mit einem Besuch einer kleinen Delegation des Förderkreises im Jahr 2016. Dabei ging es um den Bau solar angetriebener Wasserpumpen, um endlich sauberes Trinkwasser in die Dörfer zu bringen. Ganz bescheiden trugen damals die Frauen einen weiteren Wunsch vor: ob wir ihnen helfen könnten die schwere Arbeit des Mahlens mit Steinen zu erleichtern. Zurück aus Burkina Faso begann eine sehr erfolgreiche Spendenaktion für den Bau von Getreidemühlen. Finanziert durch zahlreiche Spenden von Bürgern und Firmen konnten bereits im Januar 2018 als Pilotprojekt zwei Mühlen in Betrieb genommen werden, die sehr erfolgreich laufen. Die schwere Arbeit der Frauen wird viel, viel einfacher und für die Frauenkomitees ist auch ein neuer Erwerbszweig entstanden.

Weitere Spenden sowie die Unterstützung durch ein Förderprogramm des Bundes erlaubten schließlich die Finanzierung von sieben weiteren Mühlen, die seit Beginn des Jahres 2019 beschafft und installiert wurden. Voraussetzung war, dass jedes Dorf ein Grundstück bereitstellte, ein Mühlenhaus, zumeist aus nicht gebrannten Lehmziegeln, in Eigenleistung errichtete sowie ein – zumeist aus acht Frauen bestehendes – Mühlenkomitee zur Verwaltung des Betriebs bildete. Alle sieben Dörfer waren mit Begeisterung dabei.

Für die Frauen bedeutet die Nutzung der motorgetriebenen Mühlen zum Mahlen von Mais und Hirse eine riesige Erleichterung, da sie für diese überaus kräftezehrende Tätigkeit früher mehrere Stunden aufwenden mussten, die ihnen für andere Tätigkeiten in Haus und Hof, vor allem aber für die Feldarbeit und für die Erziehung der Kinder fehlten.


Jetzt stehen in den neun Dörfern Kora, Bogonam Mossi, Kouka, Bam Village, Woussé, Kourpellé, Tangaye sowie Kiella und Sankondé Getreidemühlen. Und nicht nur das: Die meisten dieser Dörfer haben durch unsere Arbeit auch Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten, es wurden Dutzende von Latrinen gebaut und durch den Einsatz von Biokohle werden sich auch die Erträge in der Landwirtschaft verbessern.

Diese Aktivitäten haben das Band zwischen Ludwigsburg und Kongoussi in schwierigen Zeiten weiter verstärkt.

 

 

 

 

Aktueller Stand März 2019

Das Burkina Faso –Komitee des Mörike-gymnasiums in Ludwigsburg finanziert den Eigenanteil für eine Mühle im Dorf Kourpéllé. Barthélémy Sawadogo, unsere Koordinator vor Ort hat einen Bericht über Kourpéllé geschrieben:

 

Aktueller Stand Januar 2019

Unsere lange geplante Aktion zur Errichtung weiterer Getreidemühlen für die Frauen in den Dörfern rund um Kongoussi ist jetzt in die Realisierungsphase eingetreten. Nach dem Förderbescheid von Engagement Global und vielen Spenden aus Ludwigsburg konnten wir jetzt mit der Umsetzung beginnen.

 

Beigefügtes Informationsblatt berichtet aktuell von den Vorarbeiten in den Dörfern.

 

Wir freuen uns, dass wir jetzt dieses große Projekt starten konnten.

 

 

Erste Getreidemühlen in zwei Dörfern installiert

Durch die große Spendenbereitschaft in Ludwigsburg, kamen so viele Mittel zusammen, dass mit einem Pilotvorhaben in zwei Dörfern begonnen werden konnten. Ausgewählt wurden Kiella und Sankonde, zwei der Dörfer, die zu Kongoussi gehören und in denen etwa 2.400 Menschen leben. Sie wurden im Rahmen der kommunalen Klimapartnerschaft mit solar betriebenen Brunnen und Latrinen ausgestattet. In den Dörfern musste ein Grundstück bereitgestellt, eine Frauenkooperative gebildet und vor allem ein Mühlenhaus errichtet werden, um die wertvolle Mühle, den Generator und das Mehl zu schützen. Beide Dörfer haben das innerhalb weniger Wochen, unterstützt von unserem Kooperationspartner vor Ort, AZND, geschafft. Und so konnten kurz vor Weihnachten die Mühlen und die Motoren geliefert, installiert und in Betrieb genommen werden. Die Delegation aus Ludwigsburg mit Oberbürgermeister Werner Spec und mit unseren Vorstandsmitgliedern Anke Wiest und Dr. Uwe Kalmer konnten die Mühlen Anfang Januar 2018 einweihen. Dabei trafen sie auf eine dankbare Dorfbevölkerung und vor allem gut organisierte Frauen, die bereits einen Businessplan entwickelt haben, wie sie den dauerhaften Betrieb, also auch die Unterhaltung der Mühlenhäuser absichern können. Für die Frauen ist das nicht nur eine unglaubliche Erleichterung bei der täglichen Arbeit, sondern für die in der Kooperative aktiven Frauen auch die Möglichkeit etwas Geld für die Bildung ihrer Kinder zu verdienen.

Für ein Mühlenhaus mit einer robusten Getreidemühle, dem erforderlichen Dieselaggregat, dem Transport, der Schulung der Frauen und anderer Nebenkosten sind insgesamt etwa  6.000,- € erforderlich.

Der Förderkreis beantragt jetzt über das Programm NAKOPA eine Unterstützung bei Engagement Global, einer Einrichtung des Bundes zur Entwicklungszusammenarbeit. Der Antrag umfasst Getreidemühlen für die Frauen sieben weiterer Dörfer. Wenn Engagement Global das Vorhaben mit bis zu 75% fördert und noch einige  Spenden zusammenkommen, können auch diese Dörfer, in denen rund 12.000 Menschen leben, noch in diesem Jahr unterstützt werden.

 

 

 

 

Getreidemühlen für Burkina Faso

Ende Oktober 2016 reiste eine Delegation aus Ludwigsburg nach Burkina Faso. Die Delegation bestand aus dem Vorsitzenden des Förderkreises Konrad Seigfried, der Städtepartnerschaftsbeauftragten Christine Süß und dem neuen Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik Saliou Gueye. Bei den Besuchen in den Dörfern wurde die große Not der Frauen deutlich. Wasser muss von weit entfernten Brunnen geholt werden. Die Felder sind wenig fruchtbar und die Hirse, das Hauptnahrungsmittel, wird mühsam mit Steinen gemahlen. Daher hat der Förderkreis sich per Vorstandsbeschluss zum Ziel gesetzt die Arbeit der Frauen in bis zu neun Dörfern, die zu Kongoussi gehören, durch den Kauf von Getreidemühlen zu erleichtern. Diese neun Dörfer sind entweder Dörfer, die im Rahmen der Klimapartnerschaft mit Solarbrunnen ausgestattet werden oder sich an der Baumpflanzaktion zum Schutz des Bamsees beteiligt haben.

Am 31. Januar 2017 fand ein Pressegespräch statt, das den Auftakt bildet für eine gezielte Spendenaktion, die der Förderkreis in den nächsten Monaten durchführen will. Da eine Getreidemühle mit Lieferung und Aufbau hohe Kosten bedeutet, ist das für den Förderkreis ein herausforderndes Projekt.

Es sind bereits Spenden von Privatpersonen und der Osterholzschule eingegangen.

Der Vorstand unseres Förderkreises freut sich sehr, wenn Sie unsere Aktion durch die weitere Verbreitung des Aufrufs unterstützen.